Krankenstation: Winterbande
Samy: Gestern war der große Tag der OPs. Kyra und Charly wurden beide in Wiesloch operiert.
Dr. Siemers hat sich Kyra vorgenommen und Dr. Walla Charly.
Um 7:30 Uhr glaubten wir alle noch an einen schönen Ausflug unter der Woche, quasi außer der Reihe, doch der Gedanke hatte sich dann innerhalb einer Stunde in Luft aufgelöst. Wir kamen in der Tierklinik am Sandpfad an. Charly und ich (Samy) blieben zunächst im Auto und Kyra kam dran. Sie war 3 Stunden weg, die OP dauerte 2,5 Stunden und dann brauchte Sie nochmals fast so lange um wieder ordentlich wach zu werden. Sie ist neben einem Schäferhund aufgewacht, das war klasse! Kyra musste im rechten Pfotengelenk eine Metallplatte eingesetzt werden. Im Oberarm haben Sie ihr etwas rausgenommen, damit sie es unten wieder einnähen konnten. Nun trägt sie einen großen blauen Gips, der muss ganz oft gewechselt werden, damit die Pfote nicht abstirbt.
Dann kam Charly dran, als Kyra noch im Tiefschlaf lag, erst ein paar Laufübungen und dann ging es im Tiefschlaf in eine komische Röhre, da wurden tolle Bilder von Charly gemacht. Endlich konnte man mal besser sehen, warum Charly nicht so lange spielen kann, Kronfortsätze sind beidseitig abgebrochen und es schwirrten viele kleine Bruchstücke im Ellenbogen rum. Er kam dann auch gleich weiter in den OP und wurde dann an beiden Ellenbogen operiert.
Das komische ist, als ich zu ihnen in den Aufwachraum durfte, hatte ich erst einmal echt angst, da lagen nur Hunde, die alle irgendwie sehr komisch waren. Das machte mir große Sorgen. Und Charly und Kyra sind an vielen Stellen richtig rasiert, sieht ja nicht gerade toll aus. Alleine laufen oder auf Toilette gehen, ist im Moment auch nicht möglich, dass versteht gerade Charly nicht. Obwohl Kyra gestern zu gerne ins Schlafzimmer hoch wollte und dort schlafen, sie musste 10 Minuten verstehen lernen, dass das nicht mehr geht. Sie hat immer wieder pfiepstend den Gipsarm auf die Treppe gedonnert, weil sie hoch wollte. Nadia hat dann die ganze Nacht bei den beiden geschlafen. Dann bin ich eben alleine oben mit JÖrg gewesen. Heute morgen sah Nadia nicht so frisch aus, denn es hat sich wohl als gut erwiesen, dass sie unten geblieben ist. Charly soll einen Sturzbach Pipi gemacht haben. Nach einem großen Ausflug in den Garten sind alle nun wieder im Bettchen und schlafen weiter ihre Narkosen aus. Heute Nachmittag geht es wieder zum Tierarzt und bald schon gehen dann auch die ersten Rehaaktionen los.
Kyra und Charly müssen dann irgendwann nochmals operiert werden. Meine armen Freunde!
Charlys genetisches Problem:
IPA (Isolierter Processus anconaeus) Beim Processus anconaeus (PA) handelt es sich um einen Knochenvorsprung der Elle, dessen Wachstumsfuge im Alter von 16 bis 20 Wochen geschlossen sein sollte. Fehlt diese knöcherne Verbindung, liegt ein Krankheitsbild vor, das folgende Ursachen haben kann: Ein verzögertes Längenwachstum der Elle, dadurch Druckveränderung und Irritationen, führt in seiner Wachstumsfuge zu Störungen der Verknöcherung und zum Isolierten PA. Bei einer zu engen Gelenkpfanne (Incisura trochlearis) der Elle entsteht Druck auf den PA und dem medialen Kronfortsatz. IPA tritt häufig bei Deutschen Schäferhunden auf. Bis zum Alter von sieben Monaten kann versucht werden den PA mit einer Schraube zu fixieren. Danach ist eine Entnahme angezeigt.
Die Hunde zeigen oft eine typische Schonhaltung mit nach außen gedrehten Pfoten und Unterarmen und nach innen gedrehten Ellenbogen.
Bei allen drei Erscheinungsformen der ED treten als Folgeerscheinungen meist schmerzhafte Arthrosen auf. Die betroffenen Hunde zeigen Bewegungsunlust und Lahmheit. Mit zunehmender Belastungsdauer steigen die Schmerzen, die durch passives Beugen und Stre-cken des Ellenbogens hervorgerufen werden können.
In seltenen Fällen ohne Auftreten von freien Gelenkkörpern kann die Krankheit durch absolute Schonung und Futterumstellung ausheilen. In der Regel müssen die freien Gelenkstücke bzw. die abgebrochenen Knochenstücke (z.B. bei FPC) operativ entfernt werden. Je früher Diagnose und Operation erfolgen, um so größer sind die Aussichten auf langfristige Heilung. Wenn einen Operation nicht in Frage kommt, bieten sich als alternative Behandlungsformen der ED eine frühzeitige Krankengymnastik sowie die Goldakupunktur (Goldimplantation) an.
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